Leon Geber, der 1939 in Brüssel geboren wurde, hieß ehemals Leon Levy. Seine Eltern, Hans und Gerda Levy, lebten in Bad Sülze und mussten 1938 nach Belgien fliehen. Hans Levy war es aufgrund der nationalsozialistischen Gesetze verboten, seine nichtjüdische Verlobte Gerda zu heiraten.
Mit bewegender Stimme erzählte uns Sohn Leon, der 1939 in Brüssel zur Welt kam, seine und die Geschichte seiner Familie.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien wurde Hans Levy im Mai 1940 verhaftet, in französischen Lagern inhaftiert und 1942 nach Auschwitz deportiert. Hans Levy wurde 1942 in Auschwitz ermordet.
Leon und seine Mutter Gerda mussten sich verstecken. Gerda Levy lernte den jüdisch-polnischen Kommunisten Michał Geber kennen, der ebenfalls untergetaucht in der Stadt lebte. Gerda, Leon und Michał überlebten den Krieg.
1949 zogen sie in die Heimat von Michał, nach Wrocław (Polen). 1951 heirateten Gerda und Michal und Michal adoptierte Leon. Seitdem trägt Leon den Namen „Geber“.
Das Leben in Polen wurde für Juden und Jüdinnen zunehmend schwieriger. Deshalb entschied sich die Familie 1957 nach Bad Sülze, später dann nach Rostock zu ziehen. Michał arbeitete als Schuster, Leon wurde Ingenieur.
Gerda und Michał Geber nahmen am Gemeindeleben der kleinen mecklenburgischen jüdischen Landesgemeinde teil. Michał Geber starb 1979, Gerda Geber 2014.
Leon Geber beschäftigt sich erst seit 2002 mit seiner Familiengeschichte. Er erinnert sich immer wieder daran, wie schmerzvoll die Vergangenheit auf der Seele seiner Mutter lastete. Und sie war in all den Jahren eine so starke und mutige Frau.
Leon Geber erzählt seine Familiengeschichte vor allem jungen Menschen. Sie sollen nachdenken über die Geschichte, daraus lernen, damit nie wieder Menschen anderen Menschen das antun, was er und seine Familie erleben mussten.
Zeitzeugengespräch mit Leon Geber
Autorin
Petra Klawitter
p.klawitter@schule-mv.de






