Guido Nowak erinnert an die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992
Am 3. Dezember 2025 hatte die Europaschule Rövershagen besonderen Besuch: Guido Nowak, Zeitzeuge der rassistischen Ausschreitungen von 1992 in Rostock-Lichtenhagen, war zu Gast und sprach mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 8A sowie der AG Kriegsgräber über seine persönlichen Erlebnisse und die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur.
In seiner eindrucksvollen Präsentation schilderte Nowak die dramatischen Tage im August 1992, als das „Sonnenblumenhaus“ – die damalige zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende – und die Unterkunft vietnamesischer Vertragsarbeiter:innen zum Ziel massiver Angriffe wurden. Er berichtete, wie er selbst die Bedrohung, Angst und Hilflosigkeit vor Ort miterlebte, aber auch, wie Menschen versuchten, einander beizustehen und Schutz zu bieten.
Besonders bewegend war für die Schülerinnen und Schüler die Schilderung, wie gefährlich die Situation für die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser, aber auch für ihn selbst wurde und wie stark das Geschehen bis heute nachwirkt. Zugleich machte Nowak deutlich, warum es notwendig ist, die Ereignisse nicht zu vergessen, um zu verhindern, dass sich solche rassistischen Gewalttaten wiederholen.
Im anschließenden Gespräch stellten die Jugendlichen zahlreiche Fragen – von den Ursachen der Gewalt über die Rolle der Medien bis hin zur heutigen gesellschaftlichen Verantwortung. Viele äußerten, dass die Begegnung ihnen eine tiefere Perspektive auf das Thema Rassismus und Zivilcourage eröffnet habe.
Wir danken Guido Nowak für seinen offenen, eindringlichen Bericht und seinen Beitrag dazu, dass unsere Schülerinnen und Schüler historische Ereignisse nicht nur aus Büchern, sondern aus erster Hand erfahren konnten.